Meine Reise führte mich nicht direkt nach Hause, sondern nach Kopenhagen. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich einen Flug gebucht. Leider war ich schon das zweite Mal verwickelt in einen Zwischenfall mit SJ (schwedische Eisenbahn). Nachdem wir bereits bei unserer Lapplandreise steckengeblieben sind, passierte mir dies nun bereits das zweite Mal. In Nässjo, irgendwo zwischen Malmö und Stockholm, ging plötzlich nichts mehr, und es wurde bekannt gemacht, dass wir den nächsten Zug in zwei Stunden abwarten müssen. Dann wurden aber Ersatzbusse organisiert, und wir fuhren bald los. Die Reise verzögerte sich natürlich trotzdem, und wir kamen etwa mit drei Stunden Verspätung in Malmö an. Da wäre wahrscheinlich der nächste Zug noch schneller gewesen. Doch halb so wild. Nach der Überfahrt über die Öresundbrücke war ich bald darauf in Kopenhagen. Ich machte mich auf den Weg zur Jugendherberge. Gemäss Beschreibung lag diese 5 Minuten vom Bahnhof entfernt. Mit meiner Tasche ohne Rollen, die ich in diesem Moment verfluchte, dauerte das ganze ein bisschen länger. Nach dem Einchecken ging ich noch ein wenig auf Stadttour und lief Richtung Christianshavn, wo ich mir Christiana ansah, eine alternative Wohnsiedlung, was ziemlich eindrücklich war. Am Abend habe ich in der Lounge der Jugendherberge noch zwei Engländer und ein Singapurer kennengelernt. Bald ich ging ins Bett im Massenschlag mit über 60 Betten. Das war mir egal, da ich Ohrstöpsel dabei hatte. Unangenehm war nur, dass es im Schlafsaal ziemlich heiss war, was mich dann allerdings auch nicht mehr gross störte.
Am nächsten Tag erkundete ich die Stadt und folgte den roten Punkten auf der Karte, die einen an ziemlich allen Sehenswürdigkeiten vorbeiführten. Das Rathaus, Nyhavn und die Wachen beim Amalienborg Schloss haben mir dabei am besten gefallen. Nach dem Stadtrundgang ging ich zur Herberge zurück und ass einen Falafel im Garten, wo ich zwei weitere Engländer kennenlernte! Sie waren auf dem Weg zum Sweden Rock Festival in Sölvesborg, wie sich herausstellte.
Am Mittwoch ging ich mit dem Singapurer in den Park, wo wir einfach nur die Sonne genossen. Er machte sich nach dem Mittag auf zum Flughafen, während ich noch eine ultrakurze Fahrradtour unternahm. Das Fahrrad ist das gebräuchlichste Verkehrsmittel in Kopenhagen. Selbst in der Innenstadt kommt man dank ausgebauten Strassen gut voran. Zudem gibt es Fahrräder, die gegen ein Depot gratis benutzt werden können (City Bikes). Nach einem kurzen Einkauf machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof, wo mich der Nachtzug wieder in die Schweiz zurückbringen sollte.
Die letzte Woche in Stockholm war anders als gewohnt. Alles, was man unternommen hat, geschah zum letzten Mal. So wird wohl auch dieser Blogeintrag einer der letzten sein. Meine Bachelorarbeit ist abgeschlossen, und liegt dem Professor zur Durchsicht vor. Noch bin ich gespannt auf seine Kommentare. Andys und mein Abschluss der Arbeit mussten natürlich gefeiert werden. So waren wir am Freitag nach einem langweiligen Besuch bei der Verabschiedungsparty des Studentenvereins auf Södermalm bei einer Korridorparty (Skrapan), was dann noch ziemlich witzig war. Am Samstag war packen und Wohnung putzen angesagt, da wir die Wohnung abgeben mussten. Am meisten Zeit habe ich wohl beim Säubern der Wände und der Decke von lästigen Klebestreifen verbracht. Der Rest war relativ schnell geputzt. Am Abend gingen Andy und ich ins Hard Rock Café und anschliessend nach Södermalm ins Kvarnen, wo wir den restlichen Abend verbrachten. Es war ein schöner Abschluss. Wir machten uns in den frühen Morgenstunden auf den Weg zur Wohnung einer Kollegin, die gerade fort war beim Kanufahren. Es war zwischen 4 und 5 Uhr und als wir da waren stand die Sonne bereits eine Hand breit über dem Horizont. Am Sonntag hatten wir dann in Kista eine kleine Pastaparty mit unseren restlichen Vorräten. Das war ganz witzig, auch wenn die Eier-Milch Sauce etwas komisch geschmeckt hat. Meine letzte Nacht in Stockholm verbrachte ich nach einer kleinen Passoarunde mit Raffael und Markus in Kathis Zimmer. Am nächsten Morgen stand ich dann so um sieben auf und hatte die Zeit ein wenig unterschätzt, da ich lediglich 5 Minuten bevor der Zug abfuhr am Bahnhof war. Doch es hat ja gereicht. Mit gemischten Gefühlen sass ich im Zug, welcher sich gemächlich in Gang setzte in Richtung Süden…
Sonntag bis Dienstag waren Matt (England), ein Freund von Matt (Luke, England), Marc (Liechtenstein), Kari (Finnland) und ich drei Tage unterwegs im Schärengarten. Gestartet sind wir in Gräddö, nahe bei Norrtälje, nördlich von Stockholm. Die Tour begann im frühen Morgen bei der KTH, wo der Bus in Richtung Norrtälje losfuhr. Leider waren zu diesem Zeitpunkt nur zu viert: Kari hatte verschlafen. Grund war wohl die Tentapub-Party (after exam party) am Abend zuvor gewesen. Wir fuhren trotzdem los, weil der nächste Bus erst am Nachmittag wieder fuhr. Kari versuchte uns nachzukommen, mit dem Taxi. Leider verpasste er uns dann auch noch in Norrtälje, weswegen er bis Gräddö ein weiteres Taxi nehmen musste. Insgesamt war das dann eine ziemlich teure Fahrt geworden. Mit dem Bus hat man knapp zwei Stunden…
Wir trafen uns dann in Gräddö beim Bootsverleih, wo wir bereits erwartet wurden. Ein Australier erklärte uns die wichtigsten Dinge, bevor wir im örtlichen ICA den letzten Einkauf tätigten. Danach verstauten wir unser Gepäck inklusive Zelte, Gaskocher, Essen und persönliche Gegenstände in den Kajaks. Um die Mittagszeit waren wir nach einigen Trockenübungen bereit zum Wassern. Die ersten Sekunden im Boot waren etwas unsicher, dann entwickelte sich aber schnell ein Gefühl für das Wasser. Anschliessend fuhren wir hinaus in die Insellandschaft ausgerüstet mit Kompass und Karte. Den ersten Halt machten wir auf einer kleinen Insel am Weg, wo wir uns verpflegten, und einen kleinen Inselrundgang machten. Das Ein- und Aussteigen erwies sich aufgrund der glitschigen Algen als äusserst schwierig, und beim ins Wasser fallen bekamen wir teilweise nasse Kleider. Halb so wild, denn die Sonne schien, und es war kein Wölkchen am Himmel. Traumwetter! Wir kamen gut voran, und gegen den Abend suchten wir einen Ort zum Übernachten. Dies war gar nicht so einfach, da es oft schlicht zu wenig Platz hatte, um Zelte aufzustellen. Wir wurden nach einigem Suchen dann doch noch fündig bei der “Bay of Pain”. (Das harte Gras meinte es gar nicht gut mit unseren Füssen.) Anschliessend hatten wir BBQ am Wasser mit Sonnenuntergang in einer wunderschönen Insellandschaft. Vom höchsten Punkt unserer Insel konnte man auf die Fahrlinie der grossen Schiffe und Fähren sehen. Beinahe alle 10 Minuten kam eine “Viking” oder “Silja line” auf ihrem Weg nach Helsinki, Mariehamn, oder sonstwo vorbei.
Am nächsten Morgen hatten wir Frühstück, und verstauten danach alle unsere Dinge wieder in den Kajaks. Tag zwei. Wir paddelten in Richtung Norden in etwas rauhere Gewässer. Der Wind war deutlich stärker dort, aber auf den Südseiten der Inseln war es ruhig, weswegen wir versuchten, unsere Route geschickt zu planen. Auf dem Weg kamen wir zu einer “Schafinsel”. Dies war ziemlich witzig, da plötzlich eine ganze Herde aus dem Unterholz auftauchte, und nicht mehr aufhören wollte zu mähen. Mittagessen hatten wir anschliessend auf einem Felsen, der aus dem Wasser ragte, umgeben von kreischenden Möwen. Später sahen wir auch noch Schwäne, die sich von unserer Erscheinung bedroht fühlten, und in einem synchronisierten Startmanöver das Weite suchten. Dies war sehr eindrücklich zum zuschauen. Der Tag neigte sich bald dem Ende zu, und wir suchten einen Sandstrand für unsere zweite Nacht, vergeblich. Wir blieben dann an einem Ort, wo wir genügend Platz für unsere Zelte hatten. Kurz nach unserer Ankunft hatten wir da ein Bad im saukalten Wasser, um sich wieder ein bisschen frischer zu fühlen. Der Platz war ganz schön, leider hatte es ein bisschen viel Mücken. Zum Abendessen gab es dann ein sättigendes Fondue aus der Schweiz, das Marcs Freunde mitgebracht hatten.
Am letzten Tag begann ich meine Arme zu spüren, und ich war froh, als wir wieder in Gräddö waren. Die Fahrt dorthin war nämlich beschwerlich, da wir durch ein offenes Gewässer mussten mit Wellengang. Bei der Rückfahrt nach Stockholm nahm dann auch Kari den Bus :-), und wir waren am späten Nachmittag zurück in Stockholm.
Nun ist es schon eine Weile her seit ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe, was natürlich nicht heissen soll, dass in letzter Zeit wenig passiert ist. Letzte Woche war nämlich Quarnevalen hier in Stockholm, und es gab einen grossen Umzug mit von Studenten erstellten Gefährten. Wir verbrachten den Nachmittag bei schönstem Sommerwetter im Park beim Stureplan und sahen uns gleichzeitig den Umzug an.
Diese Woche fand das zweite Experiment für meine Arbeit statt, und ich bin nun damit beschäftigt, dieses zu dokumentieren und die schriftliche Arbeit fertig zu machen. Meine Präsentation ist nächste Woche, und es gibt noch einiges zum Vorbereiten. Am Donnerstag nach dem Experiment gingen wir an ein Festival auf dem Kungsträdgården, wo Jason Mraz, ein amerikanischer Songwriter, die grösste Attraktion war. Ansonsten war das Gratiskonzert nicht besonders spektakulär. Wir hatten aber trotzdem unseren Spass.
Am Freitag war dann gleich das nächste Festival an der Musikhochschule (KMH), wo ein dreitägiges Jazz-, Improfestival stattfand. Die Band, die am Freitag abend spielte, konnte das Publikum mit ihrem funky style begeistern. Danach waren wir im Café Bojan bei der Universität, bevor es wieder Zeit wurde für die letzte U-Bahn…
Was für ein Spiel! Mit einer gewissen Spannung im Bauch traf sich die Kista-Klique heute im O’Learys um sich das Eishockeyspiel Schweden - Schweiz (WM in Kanada) anzuschauen. Als ich mit Markus kurz nach 7 ins Pub kam, war bereits 0:1! Andy war schon da, und hatte sich eine Mahlzeit bestellt. Die Schweden glichen in der elften Minute aus, was die Pubbesucher aber nicht gross zu kümmern schien. Die waren mehr mit Fussball beschäftigt (Djurgården - Hammarby). Andys und meine Stimmung verbesserte sich, als die Schweiz 1:2 in Führung ging! Die Stimmung im Pub war ganz gemütlich und gegen Ende des zweiten Drittels kam dann auch noch Kathi vorbei, um mit Markus die Schweden zu unterstützen. Vielleicht sollte man hier noch anmerken, dass Österreich dieses Jahr nicht an der WM vertreten ist. Allerdings haben sie den Aufstieg in die A-Gruppe geschafft, wie mir Markus berichtet hat. Kurz nachdem Kathi gekommen war, erhöhten die Schweizer auf 1:3, was Andy und mich zu einem weiteren Zuprosten veranlassen liess. Unsere österreichischen Freunde liessen sich dadurch nicht beirren, und glaubten weiterhin fest an die Schweden. Ich stimmte Markus zu, und sagte, dass in einem Drittel natürlich noch viel passieren kann. Nun, die Schweden kamen tatsächlich noch auf 2:3 ran, doch das Spiel endete schliesslich mit 2:4 durch einen Schuss ins leere Tor der Schweden. Folgende Stimmen zum Spiel:
“They outworked us in every aspect of the game, there was no question about who the better team was,” said Swedish coach Bengt-Ake Gustafsson.
“We can’t match the big nations player by player but we can match them as a team. We’ve had a longer camp than the rest which has helped us build the team. Now the fun begins for us,” said Krueger. [Aus dem Bericht auf der IIHF Homepage]
Wie ich hier bereits berichtet habe, sind die Feierlichkeiten rund um die Walpurgisnacht in Uppsala ziemlich bekannt. Die ganze Woche gab es Aktivitäten rund um den letzten Tag im April. Markus, Kathi, Feli und ich trafen uns am Mittwoch Morgen mit den anderen Austauschstudenten am Bahnhof, wo wir uns dann in den Zug Richtung Uppsala setzten. Um halb 10 waren wir da, rechtzeitig eigentlich für das Bootsrennen mit den selbstgebastelten schwimmenden Untersätzen der Studentenschaft, doch war es natürlich zu spät um sich einen guten Platz ergattern zu können. Nachdem wir zuerst am falschen Ort gestanden waren, wo die meisten Boote aufgrund des kleinen Wasserfalles stromaufwärts nur noch aus den Einzelteilen bestanden, gingen wir ein wenig weiter, um noch etwas mehr von den Booten zu sehen. Weiter stromaufwärts sahen wir etwas mehr von den Booten, auch wenn es schwierig war, in der Menschenmenge einen guten Platz zu kriegen.
Nach dem Bootsrennen gingen wir zum Park unter der Burg und assen etwas. Dank dem schönen Wetter und den Frühlingstemperaturen konnte man es sich auf der Wiese so richtig gemütlich machen. Später gingen wir dann noch kurz zum Bahnhof zurück um unser Rückfahrtticket zu kaufen. Grillutensilien besorgten wir uns beim nächsten ICA. Auf dem Weg sahen wir die verschiedenen Plätze, wo die Studentenverbindungen ihre Champagnergalopp-Feiern abhielten. Da diese Plätze rundum mit Gittern abgesperrt waren, kam uns die ganze Sache ein wenig blöd vor, und wir fragten uns, warum man 100 Kronen Eintritt plus 100 Kronen für die Gäste-Studentenkarte bezahlen soll, um sich dann anschliessend hinter die Gitter zu zwängen, um sich von besoffenen Schweden mit Champagner nass zu spritzen. Weil wir eh keine Gästekarte hatten, die man sich schon im Voraus hätte besorgen müssen, wären wir also sowieso nicht reingekommen. Darum gingen wir nach unseren Einkäufen in den Park zurück, weil es da so schön war. Wir verweilten dort allerdings nicht allzu lange, und folgten anschliessend den vielen Leuten, die immer in der einen Richtung verschwanden. Wir fragten uns, wo die alle hingehen, und machten uns daher auf den Weg. Am Ziel war dann ein Park mit einer Bühne, auf der wohl vor Kurzem noch eine Band gespielt hatte. Als wir ankamen, war die Musik bereits zu Ende, doch liessen wir uns dadurch nicht betrüben, sondern fingen an zu grillen. Bei Gitarrenklängen und gröhlenden Schweden genossen wir unser “Kung” (Biersorte), und unterhielten uns über dies und jenes. Nach dem Konzert war auf der Wiese eine riesen Sauerei, und es gab viele Kinder und alte Leute, die sich mit grossen Abfallsäcken auf Dosenjagd begaben. Die Kinder können sich dadurch wohl ihr Taschengeld aufbessern, die alten Leute haben wohl nichts besseres zu tun. Das Gute daran ist, dass die Dosen und Flaschen nicht auf der Wiese liegen bleiben. Da jedoch die Wiese bei weitem nicht nur mit Dosen oder Flaschen belegt war, fiel dies gar nicht mehr ins Gewicht. Wie dem auch sei, wir assen unsere Wurst, und planten, danach bereits wieder nach Stockholm zurück zu fahren. Wir hatten keine Gästekarte, und wären darum auch in keine Party der Studentenverbindungen gekommen. Wir fuhren also zurück, und waren noch vor 8 Uhr in Stockholm, wo wir uns zum Skansen begaben, um dort das Walpurgisfeuer zu bestaunen. Die Walpurgisfeier im Skansen war von etwas traditionellerer Art verglichen mit Uppsala, und wir genossen es dem lodernden Feuer zuzuschauen mit dem traditionellen schwedischen Chor im Hintergrund.
Dieses Wochenende kam richtige Frühlingsstimmung auf hier in Stockholm. Warme Temperaturen und Sonnenschein luden ein zum sonntäglichen Stadtspaziergang. Feli kam am Samstag Nachmittag an, direkt aus Leer, und wir machten uns an ebendiesem Sonntag auf in die Stadt. Auf dem Kungsträdgården spielte eine Band, und wir genossen die blühenden Bäume, das sprudelnde Wasser, den Gratiskaffee mit einem warmen Gratiswürstchen, und die Musik dazu. Danach gingen wir weiter zum königlichen Palast zur Wachablösung. Ich wunderte mich über das abgespeckte Programm, um dann im Nachhinein zu erfahren, dass sonntags die Wachablösung jeweils um Viertel nach Eins und nicht um Viertel nach Zwölf beginnt. Nichts desto trotz führten wir unseren Spaziergang auf Gamla Stan fort, und waren bald auf Södermalm. In einem mir bekannten gemütlichen Kaffe zwischen Slussen und Medborgarplatsen gab es für mich einen sättigenden Pasta-Salat mit Mozarella, derweil sich Feli mit einem Shake begnügte. Nach einer kleinen Studie der Stockholmer Bevölkerung vom Café aus, gingen wir beim Medborgarplatsen auf die U-Bahn ins Zentrum, um anschliessen nach Skeppsholmen zu spazieren. Am Quai zwischen Drottningsgatan und Skeppsholmen begegneten wir dann ganz vielen Fischern, die an irgendeinem Wettfischen teilnahmen. Einer hatte Glück und zog ein riesen Ding aus dem Wasser, das er anschliessend am ganzen Quai spazieren führte. Auf Skeppsholmen angekommen bestaunten wir das neu restaurierte Schiff der dortigen Jugendherberge (af Chapman), welches auch gut von Gamla Stan aus zu sehen ist. Die Jugendherberge hat auch Zimmer an Land für diejenigen, die seekrank werden. Von Kastellholmen aus, welches direkt an Skeppsholmen angrenzt, sahen wir hinüber nach Djurgården, wo am Sonntag die Chilbi eröffnet wurde (Gröna Lund). Die Achterbahn, und die zwei “Freier Fall”-Türme liessen mich den Entschluss fassen, in nächster Zeit mal dort hin zu gehen. Danach machten wir uns auf den Heimweg, wo wir unser Nachtessen (Crevetten, Pilze und Salat) zubereiteten, um dann anschliessend müde ins Bett zu fallen. Einschlafen konnte ich dann aber trotzdem nicht, da die letzte Woche eine Spät-Ins-Bett-Geh Woche war, und ich am Freitag und Samstag im Ausgang war. Irgendwann klappte es dann doch noch, bevor uns der Handywecker aus den Betten riss…
Diesen Donnerstag war das Stockholmer Fussballderby zwischen AIK und Djurgården im Råsunda Stadion, Solna. Schon vor dem Match waren die ans Stadion angrenzenden Bars proppenvoll und hinter dem Stadion wurde Stimmung gemacht mit lauter Musik. Die Polizei war omnipresent und nicht bloss zu Fuss unterwegs, sondern auch hoch zu Ross. Die Pferdepolizisten hatten jedoch nicht viel zu tun, stolzierten lediglich durch die Menschenmengen, und überwachten die Lage.
Das Spiel war mit über 34000 Zuschauern ziemlich ausverkauft, und die Stimmung war super. Bis auf eine Rauchpetarde im Djurgården Fanblock gab es keine Zwischenfälle. Die Teams trennten sich am Ende 1:1 Unentschieden, da Djurgården das Spiel durch einen späten Penalty doch noch ausgleichen konnte.
Nach einem verschlafenen Freitag morgen machte ich mich nach einem Zmorge-Zmittag auf den Weg zur KTH, um dort an meiner schriftlichen Arbeit weiterzuarbeiten. Nach drei Uhr war ich im Büro und nahm zuerst an der gemeinsamen nachmittäglichen Kaffeepause teil, die an jenem Tag einen etwas grösseren Umfang hatte als normal. Einige Studenten hatten ein Projekt beendet, weswegen es zu Essen und zu Trinken gab. Nach dem Kaffeklatsch ging ich dann endlich an die Arbeit, und wollte zuerst an der schriftlichen Arbeit weitermachen. Doch danach war mir überhaupt nicht zumute, da ich bereits die letzten zwei Tage daran gearbeitet hatte. Deswegen wandte ich mich dem Algorithmus zu, und beschäftigte mich mit einigen Warnmeldungen, die Matlab bei der Programmausführung jeweils ausgespuckt hatte. Die Warnungen hatte ich bis anhin mehr oder weniger ignoriert, doch musste ich feststellen, das ich diesen Meldungen wohl ein bisschen mehr Beachtung hätte schenken sollen. Ich war also damit beschäftigt, der Quelle dieser dubiosen Warnungen auf die Spur zu kommen. Ich verbrachte den ganzen restlichen Nachmittag damit, den Fehler zu finden. Meine Versuche waren von wenig Erfolg gekrönt und ich konnte wohl sagen, dass es nicht an diesem oder jenem liegen kann, doch den eigentlichen Fehler fand ich nicht. Bis ich dann im “Herz” meiner Arbeit zu suchen begann, dem Voronoi Flocking Algorithmus. Im Gegensatz zu den Simulationen, die immer gut verliefen, habe ich bei den Experimenten auf dem Parkplatz einen leicht abgeänderten Algorithmus verwendet. Vom Prinzip her waren aber beide identisch. Dennoch hatte es die kleine Differenz ausgemacht, und ich fand den Fehler in der Form von fehlerhaften Positionsvektoren.
Da war es bereits sieben Uhr, und ich machte mich auf den Weg zu Matts Geburtstagsparty in Lappis. Es war eine ziemlich lustige Party, und die Geburtstagsgeschenke in der Form von verschiedenen englischen Bieren (Matt kommt aus England), Tee, einem T-Shirt mit Namen von uns allen und einem Uefa Euro 2008 Fussball waren ziemlich gelungen, auch wenn er am Fussball wohl am wenigsten Freude gehabt haben dürfte. Man erinnere sich, dass sich England leider nicht für die Euro qualifzieren konnte. Nichts desto trotz war er ziemlich entzückt über all die Geschenke, was uns natürlich ebenso erfreute. Die Party dauerte bis in die Morgenstunden, und ich fand mich wieder einmal auf der letzten U-Bahn, wo man zum Teil ganz interessante Unterhaltungen führen kann, vorausgesetzt, dass dein Gegenüber überhaupt ansprechbar ist.
Am Samstag Nachmittag war dann wiederum Unihockey angesagt, und ich traf mich mit Andy auf der U-Bahn. Die heutige Fahrt von Kista zur Universität, wo wir jeweils Unihockey spielen gehen, dauerte dann etwas länger als normal. Wie sich später herausstellte, hatte ein mit einem Messer bewaffneter Mann in T-Centralen zwei Personen verletzt, und wurde dann anschliessend von der Polizei gejagt. Wer ein bisschen Schwedisch spricht, dem sei der folgende Artikel zur Lektüre empfohlen: www.dn.se/DNet/jsp/polopoly.jsp?d=1298&a=762499&maNo=-1. Aufgrund dieses Messermannes mussten wir eine Station vor T-Centralen aussteigen. Im Glauben, dass wir bei T-Centralen die U-Bahn in Richtung Universtität nehmen könnten, liefen wir den Rest, wurden dann aber von einer Front von Sicherheitskräften aufgehalten. Rechts und kehrt. Bus suchen! Glücklicherweise fragten wir die Buschauffeurin im richtigen Bus, und fuhren bald los. Nach einmaligem Umsteigen war wir mit lediglich 15 Minuten Verspätung in der Turnhalle! Doch noch Unihockey also.
Samstag Abend schaute ich dann nach dem üblichen Nachtessen bei Levinsky’s einen Film, da mir nach Matts Party nicht mehr gerade nach Party zumute war. Danach sinnierte ich noch ein bisschen über die nahe Vergangenheit und schreibe diesen Post hier. Ehm, heute ist nun bereits Sonntag und ich werde mich jetzt ins Bett legen, um dann heute auch noch etwas für meine Bachelorarbeit zu tun.
So langsam aber sicher beginnt hier in Stockholm der Frühling, auch wenn es immer noch ziemlich kühl ist und der Wind einem um die Ohren bläst. So auch heute. Da wollte ich nach der Arbeit einen gemütlichen Spaziergang antreten, etwas im Park verweilen, und die Sonne geniessen. Doch auf Långholmen war mir dann gar nicht mehr nach rumhocken zumute. Der eisige Wind liess mir keine andere Wahl als kurz einige Fotos zu schiessen, um dann anschliessend meinen gemütlichen Spaziergang fortzusetzen. Was man aber sagen muss ist, dass die Aussicht von der Brücke, welche Långholmen mit dem Norden der Stadt verbindet, ziemlich beeindruckend ist. Stadshuset, Riddarholmen und Gamla Stan erscheinen aus einer ganz anderen Perspektive als dass man sich das sonst so gewohnt ist. Auf der Brücke war dann der Wind noch 3mal stärker, hatte ich zumindest den Eindruck. So war ich dann auch ziemlich verwundert ob den vielen Jogger, die sich da in diese alles andere als windstille Umgebung verirrten. Die hatten sich das wohl auch anders ausgemalt. Ich war dann auf jeden Fall froh, als ich beim Fridhemsplan ankam, und dort auf die U-Bahn ging. Meine Banane ass ich dann übrigens in der U-Bahn…
Die Simulation ist nun bereits eine Woche her, und ich war damit beschäftigt die Daten zu analysieren. Allzu viel gab es aber nicht zu analysieren, denn schon am Demo-Tag wurde klar, wo noch Verbesserungen nötig sind. Es handelt sich ja um ein äusserst anschauliches Thema, wenn man das so sagen kann. Die Simulationen selber liefen ziemlich gut, auch wenn es den einen oder anderen Zwischenfall gab. Mehr möchte ich jedoch nicht verraten. Schaut euch den Film an!
In den letzten zwei Wochen war ich die meiste Zeit damit beschäftigt die Arbeit für eine erste Simulation des Flocking-Algorithmus zu erledigen. Grösstenteils bestand die Arbeit aus Programmieren und ich durfte meine C-Kenntnisse wieder etwas auffrischen. Jaja, der InformatikI-Kurs ist schon lange her. Nach einigen ersten Verwirrungen fand ich mich dank Internet-Tutorials, allwissenden Forenschreibern und frei verfügbarem Source Code aber bald zurecht. Diese Hilfen waren unerlässlich, denn schliesslich geht es hier nicht mehr nur um “Hello, world!”, irgendwelche Sortieralgorithmen oder irrwitzige Parameterverfolgungen, sondern um eine echte Applikation. So hatte ich innert nützlicher Frist einen Serial Port Reader zusammen, der mir meine GPS-Daten in die Konsole schreibt. Nun musste ich auch noch eine TCP/IP-Applikation entwickeln, mit welcher es möglich wird die erhaltenen GPS-Daten über das Netzwerk zu einem Host zu schicken. Weitere 2 oder 3 Tutorials später war ich bestens informiert über Sockets, und wie man ebendiese Verbindung zustande kriegt. Bis ich dann diese zwei Dinge erfolgreich zusammengebracht hatte, und es möglich war von einem zweiten Computer die GPS-Daten eines entfernten Clients zu empfangen, war es Ende der Woche.
Diese Woche habe ich nun versucht den Flocking Algorithmus in das Serverscript zu integrieren. Auf dem Server läuft im Gegensatz zu den Clients kein C-generiertes Programm, sondern ein Matlab-Script. Der Server wartet auf eingehende Verbindungen, akzeptiert diese und liest die GPS-Daten von allen aktuell verbundenen Clients aus. Diese Daten werden intern verwertet und in den Flocking Algorithmus gespiesen, welcher dann gewisse Kontrollsignale berechnet. Die Kontrollsignale, die nichts anderes als Richtungsangaben sind, werden zu den Clients zurückgesendet. Ein Client hört nun zum Beispiel das Tonsignal “rechts”, welches ihn auffordert einen Seitwärtsschritt nach rechts zu tun. Ausgehend von einer auf einem Parkplatz verstreuten Schar von willigen Versuchskaninchen ausgestattet mit Laptop, Kopfhörer und GPS-Receiver führt der Algorithmus zum gemeinsamen Rendezvous an einem zentralen Ort auf dem Parkplatz, hoffe ich. Das Ganze wird auch gefilmt werden, und falls uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, auf meine Programme Verlass sind und das Wirelass LAN der KTH auf dem Parkplatz nicht zusammenbricht, könnte die Demo am Samstag einen Heidenspass werden.
Am Sonntag versammelte sich die ganze Familie zum Jazzbrunch am Mosebacke Torg. Sandra kam nämlich am Samstag in Arlanda an und durfte am Samstag bereits das City Rally Programm erleben inklusive Wachablösung beim königlichen Schloss. Das Aufstehen hat sich gelohnt, denn der Brunch war spitze! Bei chilligem Jazz Sound genossen wir das Frühstücksei und staunten über die flinken Finger des Gitarristen. Seine Rastazöpfe erinnerten mehr an Reggae, was man von seinem Gitarrenspiel nicht behaupten konnte.
Nach dem Brunch machten wir einen Stadtspaziergang und hatten Kaffeepause bei Åhlens. Der Blick von der Terrasse auf den Sergels Torg ist ziemlich gut. Bei Åhlens findet man auch sonst alles nützliche und weniger nützliche. Meinem Vater schien aber die Musikabteilung zu gefallen, wie es auf dem Foto den Anschein macht. Am Abend flogen dann meine Eltern nach zweiwöchigem Aufenthalt zurück nach Zürich während Sandra noch für einen weiteren Tag in Stockholm blieb.
Vaxholm ist ein kleines, herziges Städtchen im Schärengarten, welches meine Eltern und ich heute besucht haben. Mit dem Bus ist man in 40 Minuten dort und man findet sich wieder in einer verwandelten Welt, wenn man mit der Grossstadt vergleicht. Es ging ein eisiger Wind während wir durch die Gassen spazierten und uns die niedlichen Häuser anschauten. Am Strassenrand erblickten wir dann einen Firmenwagen, der mich an zu Hause erinnerte. (Insider! )
Nebst dem grossen Hotel gibt es in Vaxholm auch eine Festung zu bestaunen, die jedoch auf einer anderen Insel liegt und nur mit dem Boot erreichbar ist. Zudem ist das Kastell im Winter sowieso geschlossen. Es ist aber gut vom Hafen aus zu sehen, da die andere Insel lediglich 100 Meter von Vaxholm selber entfernt ist. Das Kastell entstand unter der Regierungszeit von Gustav Vasa und diente der Verteidigung Stockholms gegen Seeangriffe. Vaxholm ist so etwas wie der zentrale Ort im Schärengarten und es verkehren viele Fähren von hier aus zu anderen Inseln, die nicht über Land erreichbar sind. Im Sommer ist das Städtchen ein beliebtes Ausflugsziel der Stockholmer und es gibt viele Ferienhäuschen, die in der warmen Jahreszeit gut bewohnt sein dürften.
Meine Eltern sind seit Montag auf Besuch und geniessen hier zwei Wochen Ferien in Stockholm. Nachdem wir am Dienstag bei Schneefall die Stadt angeschaut haben, waren wir gestern in Uppsala. Uppsala zählt ungefähr 130′000 Einwohner, ist damit die viertgrösste Stadt in Schweden und wird geprägt von den Studenten und der Universität. Die Universität ist es denn auch, was man nicht missen sollte, wenn man in Uppsala ist. Ebenso wenig darf man die Kathedrale verpassen, die von der ganzen Stadt aus zu sehen ist und imposant über alle Dächer ragt. Das Schloss sei hier auch noch erwähnt. In modernem Baustil wacht das rötliche Gemäuer auf einer kleiner Anhöhe über die Stadt. Das Städtchen wird durchströmt von einem kleinen Fluss, der dem Ort irgendwie einen romantischen Hauch verleiht.
Das Städtchen hat einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Charmant, herzig und studentenfreundlich. Was will man mehr? Denn studentenfreundlich will etwas heissen: Nebst dem studentischen Treiben was Partys und Ausgang ausgeht, wird jedes Jahr Ende April ausgiebig die Walpurgisnacht gefeiert. Dabei findet jeweils auch eine Art Bootsrennen im städtischen Flüsschen statt. Die Feierlichkeiten rund um die Walpurgisnacht sind mittlerweile zu einem richtigen Festival avanciert, welches Besucher aus ganz Schweden anlockt. Kostprobe gefällig? Sogenannter Champagnergalopp, bitteschön: