Kajak fahren im Schärengarten
Verfasst von gislers am Mai 29, 2008
Sonntag bis Dienstag waren Matt (England), ein Freund von Matt (Luke, England), Marc (Liechtenstein), Kari (Finnland) und ich drei Tage unterwegs im Schärengarten. Gestartet sind wir in Gräddö, nahe bei Norrtälje, nördlich von Stockholm. Die Tour begann im frühen Morgen bei der KTH, wo der Bus in Richtung Norrtälje losfuhr. Leider waren zu diesem Zeitpunkt nur zu viert: Kari hatte verschlafen. Grund war wohl die Tentapub-Party (after exam party) am Abend zuvor gewesen. Wir fuhren trotzdem los, weil der nächste Bus erst am Nachmittag wieder fuhr. Kari versuchte uns nachzukommen, mit dem Taxi. Leider verpasste er uns dann auch noch in Norrtälje, weswegen er bis Gräddö ein weiteres Taxi nehmen musste. Insgesamt war das dann eine ziemlich teure Fahrt geworden. Mit dem Bus hat man knapp zwei Stunden…
Wir trafen uns dann in Gräddö beim Bootsverleih, wo wir bereits erwartet wurden. Ein Australier erklärte uns die wichtigsten Dinge, bevor wir im örtlichen ICA den letzten Einkauf tätigten. Danach verstauten wir unser Gepäck inklusive Zelte, Gaskocher, Essen und persönliche Gegenstände in den Kajaks. Um die Mittagszeit waren wir nach einigen Trockenübungen bereit zum Wassern. Die ersten Sekunden im Boot waren etwas unsicher, dann entwickelte sich aber schnell ein Gefühl für das Wasser. Anschliessend fuhren wir hinaus in die Insellandschaft ausgerüstet mit Kompass und Karte. Den ersten Halt machten wir auf einer kleinen Insel am Weg, wo wir uns verpflegten, und einen kleinen Inselrundgang machten. Das Ein- und Aussteigen erwies sich aufgrund der glitschigen Algen als äusserst schwierig, und beim ins Wasser fallen bekamen wir teilweise nasse Kleider. Halb so wild, denn die Sonne schien, und es war kein Wölkchen am Himmel. Traumwetter! Wir kamen gut voran, und gegen den Abend suchten wir einen Ort zum Übernachten. Dies war gar nicht so einfach, da es oft schlicht zu wenig Platz hatte, um Zelte aufzustellen. Wir wurden nach einigem Suchen dann doch noch fündig bei der „Bay of Pain“. (Das harte Gras meinte es gar nicht gut mit unseren Füssen.) Anschliessend hatten wir BBQ am Wasser mit Sonnenuntergang in einer wunderschönen Insellandschaft. Vom höchsten Punkt unserer Insel konnte man auf die Fahrlinie der grossen Schiffe und Fähren sehen. Beinahe alle 10 Minuten kam eine „Viking“ oder „Silja line“ auf ihrem Weg nach Helsinki, Mariehamn, oder sonstwo vorbei.
Am nächsten Morgen hatten wir Frühstück, und verstauten danach alle unsere Dinge wieder in den Kajaks. Tag zwei. Wir paddelten in Richtung Norden in etwas rauhere Gewässer. Der Wind war deutlich stärker dort, aber auf den Südseiten der Inseln war es ruhig, weswegen wir versuchten, unsere Route geschickt zu planen. Auf dem Weg kamen wir zu einer „Schafinsel“. Dies war ziemlich witzig, da plötzlich eine ganze Herde aus dem Unterholz auftauchte, und nicht mehr aufhören wollte zu mähen. Mittagessen hatten wir anschliessend auf einem Felsen, der aus dem Wasser ragte, umgeben von kreischenden Möwen. Später sahen wir auch noch Schwäne, die sich von unserer Erscheinung bedroht fühlten, und in einem synchronisierten Startmanöver das Weite suchten. Dies war sehr eindrücklich zum zuschauen. Der Tag neigte sich bald dem Ende zu, und wir suchten einen Sandstrand für unsere zweite Nacht, vergeblich. Wir blieben dann an einem Ort, wo wir genügend Platz für unsere Zelte hatten. Kurz nach unserer Ankunft hatten wir da ein Bad im saukalten Wasser, um sich wieder ein bisschen frischer zu fühlen. Der Platz war ganz schön, leider hatte es ein bisschen viel Mücken. Zum Abendessen gab es dann ein sättigendes Fondue aus der Schweiz, das Marcs Freunde mitgebracht hatten.
Am letzten Tag begann ich meine Arme zu spüren, und ich war froh, als wir wieder in Gräddö waren. Die Fahrt dorthin war nämlich beschwerlich, da wir durch ein offenes Gewässer mussten mit Wellengang. Bei der Rückfahrt nach Stockholm nahm dann auch Kari den Bus
, und wir waren am späten Nachmittag zurück in Stockholm.
























